Wahl zum Campz Outdoor Blog 2020

Mein nobs-blog ist bei Campz wieder zum Outdoor Blog des Jahres 2020 in der Kategorie „Trailrunning“ nominiert. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr (bis zum 8.Februar) für mich abstimmt. Ihr könnt dabei auch tolle Preise gewinnen. („Unter allen Teilnehmern, die abgestimmt haben, verlosen wir 10 Einkaufsgutscheine bei CAMPZ im Gesamtwert von 500 Euro (2×100 Euro, 4×50 Euro, 4×25 Euro) und 5 Premium-Jahresabos von unserem Partner komoot.“)

Abstimmen geht ganz einfach, hier:

https://www.campz.de/info/top-outdoorblog-2020-trailrunning/

Daaaaaanke!

Seit 2018 zeichnet die Blogwahl jährlich die besten deutschsprachigen Outdoorblogs aus. Ziel des Awards ist es, auf das breite Spektrum der Outdoorblogs hinzuweisen und das besondere Engagement der Blogger zu honorieren, denn die Geschichten, Abenteuer und das Wissen, das sie teilen, sind eine Bereicherung für die Outdoor-Community und eine wertvolle Ergänzung zur klassischen Medienlandschaft.

7G Trailrun

Das neue Jahr hat begonnen mit viel viel Motivation!

OK, ich hab mich etwas überschätzt bei meinem ersten Lauf in 2021. 24km mit 1133hm sind bei meinem derzeitigen Fitnesszustand ne harte Nummer.

Aber es war ein unglaublich schönes Laufabenteuer im wahrsten Sinne. Denn mit der Dunkelheit hatte ich nicht gerechnet. Konnte ja nicht wissen, dass ich dafür 3 Stunden brauche. Also war die Stirnlampe nicht im Gepäck und die Batterien meines GPS Geräts haben auch den Geist aufgegeben. Das war dann schon ein bisschen heikel auf den wurzeligen, matschigen Trails im Siebengebirge.

Ich habe einige Berggipfel erlaufen, darunter u.a. den Drachenfels, den Ölberg und hoch zur Löwenburg. Da lag sogar richtig Schnee. Ach wie schee!!! Zum Schluss hab ich dann doch noch stolz erfüllt zu meinem Auto zurück gefunden. So kann ein neues Laufjahr beginnen. Wir dürfen hier noch mehr als 15km vom Heimatort entfernt laufen. Das bleibt hoffentlich auch so! Ich will noch ein paar solcher schönen Longruns machen, dieses Jahr. So allein wie mitten in der Natur ist man ja auch sonst nirgends. Frische Luft, Bewegung, keine Kontakte. Was könnte derzeit besser sein?!Einfach raus und machen!

Reste Runs 2020

Frohes neues Jahr, liebe Blogleser! Ihr seid die Besten! 2021 kann starten. Leider war ich in letzter Zeit nicht besonders aktiv auf meinem Blog und auch nicht auf den Trails und den „Laufpisten“. Doch das ändert sich gerade wieder. Zum Glück.

Juni 2020

Nach den Infinity Loops, über die ich hier beim erfolgreichsten deutschen Laufpodcast berichten durfte, bin ich in ein tiefes Laufloch gefallen. Das wohl größte meiner bisherigen „Läuferkarriere“ seit 2013.

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist 102726018_2326911714283880_5957954364748592791_o-1.jpg.

Die erste Corona Welle war schon vorbei und bei mir war der Antrieb weg. Das hatte verschiedenste Gründe. Aber vor allem hatte ich andere Dinge im Kopf. Berufliche Umstrukturierung, private Sorgen, etc… Alles Dinge, bei denen mir das Laufen eigentlich hilft aber irgendwie wollte das in dieser Zeit nicht so richtig zünden. Aber ein paar Dinge, die mit Laufen zu tun haben, habe ich natürlich trotzdem erlebt. Und jetzt geht es ja wieder voll motiviert los.

Juni 2020

Immer wieder schön mit meinem Kleinen Rennwagen fahren zu gehen. „Gehen“ ist ein gutes Stichwort. Leider fehlt mir immer noch die Energie schnell oder lange zu laufen. Gut dass Aerobee Energy Gel mir da unter die Arme greift. Läuft.

Manchmal muss man neue Wege gehen. Und manchmal geht’s dann halt auch nicht weiter. Aber wenn man’s nicht versucht, findet man’s nicht raus. Und neue Wege sind immer spannend. An dem Baum bin ich übrigens schon 1000 mal vorbei gelaufen. Aber hochgeklettert, heute das erste Mal. Hat dann auch irgendwann geklappt. OK, mit Hilfe von Tanja. Die Aussicht war jedenfalls schön. Danke Rafael, für dieses Meisterwerk der Filmkunst!

August 2020

Manchmal ist Wandern auch echt schön. Vor allem mit der family in so einer traumhaften Landschaft. Muss ja nicht immer dieses Gerenne sein. Hier am Frillensee im Chiemgau. O-Ton meiner Tochter: „Einfach mal die Seele wackeln lassen! „

Under Pressure aber ganz ohne Druck einen Berg hochgerannt. Mit meinen nr1 Trailschuhen, den mt2 von Topo Athletic – Deutschland und natürlich meinen Lieblingssocken, den Under Pressure Sox. Brotzeit für zusätzliche Energie gab’s natürlich auch in Form von natural energy gel von Aerobee Energy Gel So, genug mit der Werbung für meine Lieblingslaufprodukte. Was ne Aussicht auf dem Jochberg! Das fanden auch meine Schuhe, Hase und Igel.

Quer über die Alm hoch uffn Berg! Das riecht nach Freiheit und Honig und gibt ein Haufen Energie.

„Wettläufe enden am Ziel. Das Laufen nicht.“ Hab ich gelesen.

Alpengenuss! Laufen, natürliches leckeres Honig Energie Gel und pervers schöner Ausblick bei Kaiserwetter auf 1300m. So war das letzte Woche. Könnte ich mir durchaus häufiger vorstellen.

September 2020

Irgendwie ist dieses Laufjahr bei mir fürn Arsch. Ich bräuchte mal einen Tritt in eben diesen. Mir fehlt komplett die Lust und Motivation. Wahrscheinlich macht das jeder mal durch. Ab Herbst geht es wieder los mit regelmäßigen Läufen, hab ich mir vorgenommen.

Jippiiieeeeh!!! Ich bin wieder ein Jogger! Bis ich wieder Läufer bin dauerts wohl noch ein paar Tage… Sehe ich nicht glücklich aus? 😉

Nein, im Ernst. Es wurde höchste Eisenbahn wieder mal zu laufen. Und es hat Spaß gemacht obwohl es echt ernüchternd war. Es ist einfach unglaublich wie schnell die Form komplett weg ist. Egal. Gute 8km in die richtige Richtung sinds geworden. Jetzt mit den Kids in den Pool und dann noch wählen gehen, den Bauch beim Grillabend vollschlagen und dann war es doch ein gelungener Sonntag.

Oktober 2020

Es wird langsam. Fühle mich schon fast wieder als Läufer. 4 Mal laufen in den letzten 5 Tagen. Da kann man ja eigentlich schon von einer kleinen Regelmäßigkeit sprechen. Die Leistungen sind zwar nach wie vor unterirdisch aber es geht aufwärts… Sorry, musste mir selbst grad Mal ein bisschen Mut zusprechen.

Immer noch ein Jogger. Deutlich an der Laufbekleidung zu erkennen.

Das Trikot war aber heute ein Muss, wo es doch gegen die Bayern geht 😉 Jogger aber auch, weil ich mich so fühle. War gerade wieder auf dem Weg zum Läufer, da kam ne fiese Erkältung. Jetzt aber! Habe heute die letzten knapp 5km mal versucht Vorfuß zu laufen. Sah bestimmt bescheuert aus und war auch extrem anstrengend. Vor allem mental. Musste mich gefühlt alle 3 Schritte dran erinnern. Aber auch für die Füße, die Waden und den Allerwertesten ist es eine ganz andere Belastung. Meinen Knien hat es aber scheinbar gut getan, das eine hat vorher gezwickt (tut es öfter mal), auf dem Vorfuß waren die Schmerzen tatsächlich weg. Bin jetzt am Überlegen komplett umzustellen. Das würde mich aber noch mal deutlich weiter zurück werfen und ein ziemlich harter Kampf werden. Und vielleicht oder ganz bestimmt kommen dann andere Wehwechen. Mmmh?! Andererseits bin ich momentan eh ziemlich zurückgeworfen und Corona ist ja auch die Zeit für Veränderungen. Hat jemand von euch Erfahrungen mit dem Umstieg oder Hinweise und Tipps?

14km, davon 13 Vorfuß
Fazit: Geht aber Waden brennen, noch unnatürlich und ineffizient.
Aber 0 Knieschmerzen

Dezember 2020

So, wenn das nicht Arschtritt genug ist?!

Ich bin also wieder dabei beim Bienwald Backyard Ultra Letztes Jahr mein erster 100km Lauf. Mal sehen was ich mir diesmal als Ziel setze… Im April bin ich schon bei dem Etappenlauf Die Bergischen 5 über die 172km am Start. Wird höchste Eisenbahn die Laufschuhe wieder öfter zu schnüren. Also direkt mal aufs Laufband und einen motivierenden Film schauen…

Das macht ja richtig Spaß, dieses Laufen 😉 Und bei so einem Wetter doppelt. Ich erkunde gerade neue Strecken. Das ist immer ein bisschen wie Urlaub. Danke an Aerobee Energy Gel für die Energie.

Auch in schweren Zeiten öffnet sich doch immer wieder eine Tür oder ein Fenster mit dem Blick auf die schönen Dinge des Lebens. Man muss es nur finden.

Schönen 4.Advent und schon jetzt eine besinnliche Weihnachtszeit, liebe Lauffreunde!!!

Baustelle Laufform.

Der Running Index lässt noch zu wünschen übrig aber so langsam aber kontinuierlich kommt die Ausdauer zurück. Ich fühl mich endlich wieder als Läufer.

Mein erster echter Longrun nach dem Infinity Loop von Hennef auf den großen Ölberg im Siebengebirge und zurück.

Man war das ein gutes Gefühl! Belohnung von Aerobee Energy Gel inklusive. Das schmeckt, gibt Energie und ich vertrage es gut. Mehr davon im nächsten Jahr… Kommt alle gut und gesund rein!!!

Das Jahr geht zu Ende und ich habe eigentlich keines meiner Laufziele erreicht. Stattdessen Absagen und das größte Laufloch in meiner bisherigen Läufer“karriere“ (seit 2013). Trotzdem gab es etliche schöne Läufe, darunter mein zweiter 100km Lauf bei den Infinity Loops und die ersten beiden kurzen Läufchen mit meiner Frau seit einer sehr langen Zeit. Ich habe meine Gegend über neue Laufstrecken noch besser Kennengelernt und mit Aerobee Energy Gel ein Energie Gel gefunden, dass mein Magen verträgt und zudem lecker ist. Danke für die Unterstützung! Ich bin wieder voll im Lauftraining und habe Spaß dran. 2021 kann kommen. Die ersten Laufabenteuer sind eingeloggt. Bleibt nur zu hoffen, dass dieses Virus diesmal kein Strich durch die Rechnung macht. Ansonsten suche ich mir andere Herausforderungen. Ich wünsche euch allen ein wunderbares 2021, viel Gesundheit und tolle Laufabenteuer. Keep on runnin! Das kann uns keiner nehmen.

Achtung Weidevieh – Lauf auf den Jochberg

Das war mein letzter Lauf. Schon ein paar Wochen her. Irgendwie gibt es bei mir gerade viele andere Themen als der Laufsport. Mir fehlt dazu die Energie und die Motivation. Warum? Ich weiß es nicht. Ist einfach so. Und alle, die behaupten ich habe eine Laufsucht… ist nicht so! Sonst würde es mir jetzt schlecht gehen. Tut es aber nicht. Und obwohl mir die letzten Läufe echt Spaß gemacht haben, wie man in dem Video hoffentlich sieht, mache ich meine bisher größte Laufpause. Doch damit ist jetzt Schluss! Die Veröffentlichung dieses kurzen Filmchens soll jetzt endgültig der Startschuss sein wieder die Schuhe zu binden und loszulegen. Kann ja so nicht weitergehen!

Neuer Testschuh – Topo Athletic – Ultrafly 3

New test shoe! Zum richtige Zeitpunkt ne Motivationsspritze. Wird aber auch wirklich mal Zeit das Training wieder zu starten. Sportlich dümpel ich hier seit Wochen rum. So kanns nicht weiter gehen. Dank geht raus an Topo Athletic!

Bin gespannt auf den neuen Ultrafly 3. Mehr demnächst dazu beim Tiggedi Test…

nobs trifft Tanja

Ich war mit Tanja und Hola unterwegs. Dabei sind ein paar Filmchen für den Delius Klasing Verlag entstanden. Rafael Fuchsgruber und Tanja Schönenborn haben nämlich dieses wunderbare Buch „Wer die Wahl hat, liebt die Qual“ geschrieben, das es zu promoten gilt. Also erst Filmchen gucken, dann das Buch kaufen!

Bei der Gelegenheit habe ich natürlich auch unabhängig davon uns 3 ein bisschen gefilmt. nobs unterwegs mit der ansteckend gut gelaunten Tanja. Hier alle Filme, die an diesem wunderschönen Tag in der Natur entstanden sind.

Meine Infinity Loops – Teil 2

Die rund 25 Minuten verfliegen förmlich. Ab jetzt wirds hoffentlich etwas entspannter. Ich gehe gut gelaunt und mit Vorfreude auf viele schöne Runden auf meinen zweiten Loop. An der Ecke werde ich von einer befreundeten Familie angefeuert. Die Kinder schwenken Fahnen. Rührend! So kann es ja nur rollen.

Das Wetter ist immernoch ganz gut. Das soll sich später ändern. 1 Minute langsamer aber immernoch knapp unter 35 Minuten bin ich unterwegs. Ich fühle mich gut. Als ich zum dritten Loop aufbrechen will, werde ich von meinem Nachbar Ralf überrascht. Er steht mit dem Fahrrad vor der Tür und will mich begleiten. Voll nett. Er ist ein Triathlet, der bereits einen Ironman unter 10 Stunden gefinisht hat. Er weiß also was es heißt außergewöhnliche Leistungen zu vollbringen. Wir unterhalten uns gut und so geht diese Runde gefühlt noch schneller rum. Tatsächlich bin ich 2,5 Minuten langsamer. Aber eigentlich immernoch etwas zu schnell. Egal! Hier geht es ja um den Spaß und den habe ich definitiv. Auch wenn auf diesem Loop bereits die ersten Regentropfen fallen. Dafür fallen auch aufmunternde Anfeuerungsrufe von Wassilis Dachterasse. Lars und er trinken gemütlich 2-3 Bier und werden mich noch des Öfteren anpeitschen. Ein letztes Mal sehe ich meine Kinder an dem Abend, ich bringe sie ins Bett, trinke was, wechsel die Schuhe und gehe wieder auf die Strecke.

Es ist 22 Uhr und diesmal begleitet mich Christian. Er ist auch Läufer und wir standen auch schon bei der ein oder anderen Laufveranstaltung zusammen an der Startlinie. An der Ecke werden wir wieder angefeuert. Diesmal sind es mehr. Der halbe Freundeskreis hat sich hier versammelt. Natürlich mit dem gebotenen Abstand. Sogar „Pyrotechnik“ ist diesmal im Einsatz 😉

Auch diese Runde vergeht wie im Flug. Wir werden etwas nass. Aber alles noch im Rahmen. 24 km sind jetzt im Sack. Die Beine sind noch locker und die Pausen sorgen dafür, dass ich mich gut versorgen kann. So geht es immer wieder frisch auf die Strecke. Christian hat sich dazu entschlossen noch eine Runde mit zu laufen. Das freut mich, die Nacht wird ja schließlich noch lang genug. Die Rundenzeit pendelt sich jetzt auf um die 37 Minuten ein. Das passt gut. So sind die Pausen auch ausreichend lang um nicht in Stress zu kommen. Beim Backyard waren sie mir meist zu kurz um wirklich runter zu fahren. Bei diesem Format ist das echt angenehm und ich glaube das liegt mir echt gut. Viele haben ja Berichten zu folge Probleme mit dem immer wieder Pausieren. Vor allem wenn man dazu gezwungen ist. Mir hilft das, habe ich jedenfalls das Gefühl. Klar fällt es auch mir immer schwerer erneut auf die Runde zu gehen aber noch ist das kein Thema. Um 23:37 verabschiede ich mich von Christian. Nach erneutem Regenschauer genießt er jetzt eine warme Dusche. Ich ziehe mich um und genieße eine warme Kartoffelsuppe. Man tut das gut! Die brauche ich ab jetzt bei jedem Wettkampf. Ich gebe meiner Frau einen Gute-Nacht-Kuss. Sie war von dem Vorhaben überhaupt nicht begeistert aber jetzt hat sie mich doch den ganzen Abend toll unterstützt. Sie ist einfach die Beste! Apropo: Meine Freunde sind auch der Wahnsinn. Auch im nächsten Loop bin ich nicht alleine. Sie haben sich abgesprochen, wer wann einspringt. In der 6.Runde um 00:00 Uhr steht Mario parat. Er läuft mit mir durch die regnerische kalte Nacht.

Auch er unterhält mich hervorragend. Wir laufen, lachen haben Spaß. Und die Angler, die am See direkt an dem Trail campen, wecken wir ab jetzt auch jede Stunde. Wir sind wieder etwas nass geworden aber das ist nichts gegen das was uns in der nächsten Runde erwartet. Denn auch Mario hat sich dazu entschlossen mich einen weiteren Loop zu unterstützen. Diesmal mit dem Fahrrad. Aber vorher gönne ich mir eine Banane, ein paar Nüsse und einen erneuten Schuhwechsel. Ich habe mit wenig gedämpften Trailschuhen angefangen und werde immer komfortabler. Ich glaube das war eine gute Entscheidung. Also wieder raus in die Kälte.

Anfangs friere ich immer etwas. Das legt sich dann allerdings so nach 2km. Es ist schwierig das richtige Outfit zu finden. Auf dem 7.Loop liege ich Klamottentechnisch komplett daneben. Dachte es bleibt trocken. Das komplette Gegenteil ist der Fall. Nach 2,5km schüttet es dermaßen vom Himmel, dass man im Schein der Stirnlampe kaum noch etwas sieht. Klitsch nass bedanke ich mich bei Mario. Er hat wirklich die A-Karte gezogen. Er hätte mit dem Fahrrad vorpreschen können oder mit einer Abkürzung nach Hause gekonnt. Aber er hat es durchgezogen bis zu meiner Haustüre. Einfach toll! Und genau so geht es weiter.

Nach einem weiteren Teller Kartoffelsuppe, Aerobee Energy Gels und einem neuen Satz Laufklamotten und Schuhen geht es motiviert auf Runde 8. Der Marathon ist geschafft. Jetzt heißt es Ultramarathon einfahren. Und das mit Michael. Er hat sich extra den Wecker gestellt. Einer besser als der Andere. Champions League Stammtisch rules!!! Es wird die erste Runde über 37 Minuten. Trotzdem fühle ich mich echt noch richtig gut und ich freunde mich so langsam mit dem Gedanken an doch die 100km anzupeilen. Warum denn nicht? Ich habe das doch schon mal geschafft. Müdigkeit verspüre ich auch noch nicht. Und so lege ich, wieder mit Michael, auf Loop 9 eine neue Bestzeit von 32:49 hin. Das ist nicht schnell für 6 km aber das zeigt auch, dass die Beine noch wollen.

54 km sind jetzt im Sack. Wir haben jetzt 3:35 Uhr. Jetzt beginnt die angeblich schwierigste Phase. Ich spüre davon noch nichts. OK, die Runde wird, so schön sie auch ist, langsam langweilig. Aber es gibt eine neue Herausforderung. Ab jetzt werde ich alleine auf die Strecke gehen. Das ist einerseits schade, andererseits weiß ich auch, dass ich das jetzt genießen werde. Für mich hat das beides was. Die Gemeinsamkeit beim Laufen verbindet irgendwie. Das alleine laufen hat etwas meditatives und man hat das Gefühl über sich selber Dinge zu erfahren. Und auch das genieße ich sehr. Jetzt beginnt also eine neue Phase der Infinity Loops. Runde 10, 11 und 12 laufe ich alleine. Vor Runde 11, um kurz vor 5 kommt meine Frau in die Küche und erkundigt sich nach mir. Dann geht es aber auch schon wieder raus. Es dämmert schon leicht. Das hat etwas mystisches so in der Natur um den Dondorfer See.

Keine Menschenseele, keine Autogeräusche. Die ersten Vögel machen sich bemerkbar und sonst nur meine Schritte auf dem matschigen Pfad. In der Pause gönne ich mir jetzt doch mal ein koffeinhaltiges Energiegetränk, eine Laugenbretzel und auch die Gels geben mir Schübe. Dann hat mir meine Frau noch ein Müsli gezaubert, was ich mir vor der 12.Runde reinpfeife. Sich ständig mit Nahrung und ausreichend Flüssigkeit zu versorgen ist immens wichtig. Auch dafür tun mir diese relativ langen Pausen gut. Sonst würde ich das vernach-lässigen und den Preis dafür zahlen müssen. Dennoch werden meine Beine jetzt nach 72 km langsam schwer. Meine Rundenzeiten liegen jetzt auch auf über 41 Minuten. Ab und an streue ich kurze Gehphasen ein. Dann bekomme ich eine Nachricht auf meinem Handy. Simon fragt ob ich noch unterwegs bin. Er hat angekündigt mich um 7 Uhr zu begleiten, wenn ich dann noch laufen würde. Vermutlich hat er nicht damit gerechnet. Und genau so ist es. Als ich ihn treffe erzählt er mir direkt, er hätte gehofft, keine Antwort zu bekommen, da er Muskelkater vom Vortag hat. Doch er zieht es durch und das hilft mir gerade jetzt in der Phase wirklich weiter. Klar gibt einem das Tageslicht und das Gefühl die Nacht geschafft zu haben neue Energie, aber es steckt halt auch schon ein ordentlicher Ultra und eine schlaflose Nacht in den Beinen. Auf der Hälfte der 13.Runde entdecken wir dann Michael auf der Strecke. Er ist uns mit dem Fahrrad entgegen gekommen. Dabei ist er doch gerade erst ins Bett gegangen. Unglaublich!

Er begleitet mich auch auf Runde 14 ein weiteres Mal. Mir fällt es mittlerweile schwer zu laufen. Doch mit kurzen Gehpausen alles noch gut machbar. Die 102 km sind jetzt wirklich in Sichtweite.

Meine Familie ist jetzt auch wach. „Papa läufst du immernoch?“ Fragt mich meine Tochter. Irgendwie macht einen das stolz. Aber auf der anderen Seite denkt man sich, was mache ich hier eigentlich für einen Schwachsinn?! Das habe ich bereits auch öfters laut ausgesprochen und dennoch macht man weiter als würde einen eine geheime Macht antreiben. Irgendwie merkwürdig! Um 9 Uhr geht es dann Richtung 90 km Marke. Stefan ist dabei, den wir auf der Runde vorher noch beim Brötchen holen gesehen haben. Nachdem die Runde vorher echt hart war, läuft diese widerum ganz gut.

Vielleicht spüre ich aber auch einfach nichts mehr. Die Müdigkeit macht mir immernoch erstaunlich wenig zu schaffen. Es sind mehr die schmerzenden Beine, die mich daran hindern schnell vorwärts zu kommen. Aber wie anfangs erwähnt, um Schnelligkeit geht es bei diesem Format ja auch gar nicht. Ich habe längst realisiert, dass die 100 heute drin sind. Trotzdem beflügelt mich der Gedanke daran immer wieder. Es macht mich glücklich. Ich bin eine ganze Nacht gelaufen. Noch 2 Runden trennen mich von meinem weitesten Lauf. 102 bzw. in meinem Fall 103,5km. Runde 16 laufe ich, man muss fast sagen ausnahmsweise, alleine. Diese 6km fallen mir außergewöhnlich schwer. Christian kündigt sich erneut an. Er will meine vermeintlich letzte Runde mit mir laufen. Hätte ich gewusst, wie er mich trietzt (die letzte Runde nochmal unter 40 Minuten), hätte ich vielleicht gesagt, lass sie mich bitte alleine genießen. Aber wahrscheinlich war es gut so.

Und so konnte ich mich bei ihm auch nochmal stellvertretend für alle bedanken. „Das hat unsere Freundschaft auf ein neues Level gehoben.“ sagte ich ihm kurz vor der Zielgeraden. Das klingt sehr hochtrabend und hat wahrscheinlich auch etwas ironisch geklungen. Aber da ist tatsächlich viel Wahres dran. Dass mich meine Freunde bei so einem doch außergewöhnlichen Vorhaben derart unterstützt haben, und das bei Kälte und Nässe, war schon groß und das hat mich tatsächlich etwas gerührt. Ursprünglich wollte ich das alles alleine durchziehen. Es sollte vor allem als Mentaltraining dienen. Deshalb habe ich es auch nicht großartig angekündigt und es auch nur auf facebook und in unserer Gruppe gepostet. Ich bin davon ausgegangen, dass ich so vielleicht bei 2-3 Runden eine Begleitung habe. Aber dass das dann so kommen würde, davon war ich extrem überrascht. Das Mentaltraining sich alleine so lange durchzubeißen kam so vielleicht etwas kürzer aber es ist was viel Größeres und Wertvolleres entstanden. Vielen Dank, ihr Lieben! Und der Zieleinlauf war auch einfach phänomenal.

Fast alle Unterstützer standen da. Ein tolles Kreidebild auf dem Boden, eine Aufstelltafel und Zielleinlauf mit meinem Kleinsten. Was will man mehr?

Eine Dusche und ein Bett vielleicht?! Ja. Klingt gut. Doch das einschlafen fällt mir wie üblich nach solchen Anstrengungen etwas schwer. In dem Fall ist das gut, denn so verpasse ich auch Rafael nicht, der klingelt um mir ein kühles alkoholfreies Weizen vorbei zu bringen. Ihm habe ich das zu verdanken, dass ich auf so fragwürdige Ideen komme bei solchen Extrem-Events teilzunehmen. Danke dafür! Und ich bin mir sicher, er wäre auch ein paar Runden mitgelaufen, wenn ich es ihm vorher erzählt hätte. Aber meine Intension war ja auch für dieses Event ursprünglich wie beschrieben etwas Anderes.

Was bei dem Bericht auch auch auf keinen Fall zu kurz kommen darf sind ein paar Worte über die Community, die bei diesem Event online zusammengewachsen ist. Denn auch das war etwas ganz Besonderes. Jeder hat jeden unterstützt. Sei es mit Zwischenmeldungen, aufmunternden Posts und Kommentaren oder Live-Videos. Das hat einfach Spaß gemacht und hat sich fast angefühlt wie ein Event bei dem alle gemeinsam an einer Startlinie stehen. Laufen verbindet. Definitiv. Vielen Dank an Michael für die Idee und die Umsetzung dieser Veranstaltung!

Übrigens, Rebecca Lenger hat mit 27 Runden die 100 Meilen voll gemacht und damit die Infinity Loops gewonnen. Wahnsinns Leistung! Herzlichen Glückwunsch, auch an alle anderen Teilnehmer für tolle Erfolge!

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