Achtung Weidevieh – Lauf auf den Jochberg

Das war mein letzter Lauf. Schon ein paar Wochen her. Irgendwie gibt es bei mir gerade viele andere Themen als der Laufsport. Mir fehlt dazu die Energie und die Motivation. Warum? Ich weiß es nicht. Ist einfach so. Und alle, die behaupten ich habe eine Laufsucht… ist nicht so! Sonst würde es mir jetzt schlecht gehen. Tut es aber nicht. Und obwohl mir die letzten Läufe echt Spaß gemacht haben, wie man in dem Video hoffentlich sieht, mache ich meine bisher größte Laufpause. Doch damit ist jetzt Schluss! Die Veröffentlichung dieses kurzen Filmchens soll jetzt endgültig der Startschuss sein wieder die Schuhe zu binden und loszulegen. Kann ja so nicht weitergehen!

Go Downhill Cowboy

Ich hab dann bergab mal ein bisschen Gas gegeben. Andere sagen „ballern“ dazu. Hat ein bisschen was von Freestyle-Boarden. Whatever! Es hat einfach saumäßig Bock gemacht. Das ist definitiv mein Lieblings-Downhill. Der Speichentrail den Hahnenkamm runter in meiner alten Heimat Kälberau. Hier der Film dazu… und Action!

Neuer Testschuh – Topo Athletic – Ultrafly 3

New test shoe! Zum richtige Zeitpunkt ne Motivationsspritze. Wird aber auch wirklich mal Zeit das Training wieder zu starten. Sportlich dümpel ich hier seit Wochen rum. So kanns nicht weiter gehen. Dank geht raus an Topo Athletic!

Bin gespannt auf den neuen Ultrafly 3. Mehr demnächst dazu beim Tiggedi Test…

nobs trifft Tanja

Ich war mit Tanja und Hola unterwegs. Dabei sind ein paar Filmchen für den Delius Klasing Verlag entstanden. Rafael Fuchsgruber und Tanja Schönenborn haben nämlich dieses wunderbare Buch „Wer die Wahl hat, liebt die Qual“ geschrieben, das es zu promoten gilt. Also erst Filmchen gucken, dann das Buch kaufen!

Bei der Gelegenheit habe ich natürlich auch unabhängig davon uns 3 ein bisschen gefilmt. nobs unterwegs mit der ansteckend gut gelaunten Tanja. Hier alle Filme, die an diesem wunderschönen Tag in der Natur entstanden sind.

Meine Infinity Loops – Teil 2

Die rund 25 Minuten verfliegen förmlich. Ab jetzt wirds hoffentlich etwas entspannter. Ich gehe gut gelaunt und mit Vorfreude auf viele schöne Runden auf meinen zweiten Loop. An der Ecke werde ich von einer befreundeten Familie angefeuert. Die Kinder schwenken Fahnen. Rührend! So kann es ja nur rollen.

Das Wetter ist immernoch ganz gut. Das soll sich später ändern. 1 Minute langsamer aber immernoch knapp unter 35 Minuten bin ich unterwegs. Ich fühle mich gut. Als ich zum dritten Loop aufbrechen will, werde ich von meinem Nachbar Ralf überrascht. Er steht mit dem Fahrrad vor der Tür und will mich begleiten. Voll nett. Er ist ein Triathlet, der bereits einen Ironman unter 10 Stunden gefinisht hat. Er weiß also was es heißt außergewöhnliche Leistungen zu vollbringen. Wir unterhalten uns gut und so geht diese Runde gefühlt noch schneller rum. Tatsächlich bin ich 2,5 Minuten langsamer. Aber eigentlich immernoch etwas zu schnell. Egal! Hier geht es ja um den Spaß und den habe ich definitiv. Auch wenn auf diesem Loop bereits die ersten Regentropfen fallen. Dafür fallen auch aufmunternde Anfeuerungsrufe von Wassilis Dachterasse. Lars und er trinken gemütlich 2-3 Bier und werden mich noch des Öfteren anpeitschen. Ein letztes Mal sehe ich meine Kinder an dem Abend, ich bringe sie ins Bett, trinke was, wechsel die Schuhe und gehe wieder auf die Strecke.

Es ist 22 Uhr und diesmal begleitet mich Christian. Er ist auch Läufer und wir standen auch schon bei der ein oder anderen Laufveranstaltung zusammen an der Startlinie. An der Ecke werden wir wieder angefeuert. Diesmal sind es mehr. Der halbe Freundeskreis hat sich hier versammelt. Natürlich mit dem gebotenen Abstand. Sogar „Pyrotechnik“ ist diesmal im Einsatz 😉

Auch diese Runde vergeht wie im Flug. Wir werden etwas nass. Aber alles noch im Rahmen. 24 km sind jetzt im Sack. Die Beine sind noch locker und die Pausen sorgen dafür, dass ich mich gut versorgen kann. So geht es immer wieder frisch auf die Strecke. Christian hat sich dazu entschlossen noch eine Runde mit zu laufen. Das freut mich, die Nacht wird ja schließlich noch lang genug. Die Rundenzeit pendelt sich jetzt auf um die 37 Minuten ein. Das passt gut. So sind die Pausen auch ausreichend lang um nicht in Stress zu kommen. Beim Backyard waren sie mir meist zu kurz um wirklich runter zu fahren. Bei diesem Format ist das echt angenehm und ich glaube das liegt mir echt gut. Viele haben ja Berichten zu folge Probleme mit dem immer wieder Pausieren. Vor allem wenn man dazu gezwungen ist. Mir hilft das, habe ich jedenfalls das Gefühl. Klar fällt es auch mir immer schwerer erneut auf die Runde zu gehen aber noch ist das kein Thema. Um 23:37 verabschiede ich mich von Christian. Nach erneutem Regenschauer genießt er jetzt eine warme Dusche. Ich ziehe mich um und genieße eine warme Kartoffelsuppe. Man tut das gut! Die brauche ich ab jetzt bei jedem Wettkampf. Ich gebe meiner Frau einen Gute-Nacht-Kuss. Sie war von dem Vorhaben überhaupt nicht begeistert aber jetzt hat sie mich doch den ganzen Abend toll unterstützt. Sie ist einfach die Beste! Apropo: Meine Freunde sind auch der Wahnsinn. Auch im nächsten Loop bin ich nicht alleine. Sie haben sich abgesprochen, wer wann einspringt. In der 6.Runde um 00:00 Uhr steht Mario parat. Er läuft mit mir durch die regnerische kalte Nacht.

Auch er unterhält mich hervorragend. Wir laufen, lachen haben Spaß. Und die Angler, die am See direkt an dem Trail campen, wecken wir ab jetzt auch jede Stunde. Wir sind wieder etwas nass geworden aber das ist nichts gegen das was uns in der nächsten Runde erwartet. Denn auch Mario hat sich dazu entschlossen mich einen weiteren Loop zu unterstützen. Diesmal mit dem Fahrrad. Aber vorher gönne ich mir eine Banane, ein paar Nüsse und einen erneuten Schuhwechsel. Ich habe mit wenig gedämpften Trailschuhen angefangen und werde immer komfortabler. Ich glaube das war eine gute Entscheidung. Also wieder raus in die Kälte.

Anfangs friere ich immer etwas. Das legt sich dann allerdings so nach 2km. Es ist schwierig das richtige Outfit zu finden. Auf dem 7.Loop liege ich Klamottentechnisch komplett daneben. Dachte es bleibt trocken. Das komplette Gegenteil ist der Fall. Nach 2,5km schüttet es dermaßen vom Himmel, dass man im Schein der Stirnlampe kaum noch etwas sieht. Klitsch nass bedanke ich mich bei Mario. Er hat wirklich die A-Karte gezogen. Er hätte mit dem Fahrrad vorpreschen können oder mit einer Abkürzung nach Hause gekonnt. Aber er hat es durchgezogen bis zu meiner Haustüre. Einfach toll! Und genau so geht es weiter.

Nach einem weiteren Teller Kartoffelsuppe, Aerobee Energy Gels und einem neuen Satz Laufklamotten und Schuhen geht es motiviert auf Runde 8. Der Marathon ist geschafft. Jetzt heißt es Ultramarathon einfahren. Und das mit Michael. Er hat sich extra den Wecker gestellt. Einer besser als der Andere. Champions League Stammtisch rules!!! Es wird die erste Runde über 37 Minuten. Trotzdem fühle ich mich echt noch richtig gut und ich freunde mich so langsam mit dem Gedanken an doch die 100km anzupeilen. Warum denn nicht? Ich habe das doch schon mal geschafft. Müdigkeit verspüre ich auch noch nicht. Und so lege ich, wieder mit Michael, auf Loop 9 eine neue Bestzeit von 32:49 hin. Das ist nicht schnell für 6 km aber das zeigt auch, dass die Beine noch wollen.

54 km sind jetzt im Sack. Wir haben jetzt 3:35 Uhr. Jetzt beginnt die angeblich schwierigste Phase. Ich spüre davon noch nichts. OK, die Runde wird, so schön sie auch ist, langsam langweilig. Aber es gibt eine neue Herausforderung. Ab jetzt werde ich alleine auf die Strecke gehen. Das ist einerseits schade, andererseits weiß ich auch, dass ich das jetzt genießen werde. Für mich hat das beides was. Die Gemeinsamkeit beim Laufen verbindet irgendwie. Das alleine laufen hat etwas meditatives und man hat das Gefühl über sich selber Dinge zu erfahren. Und auch das genieße ich sehr. Jetzt beginnt also eine neue Phase der Infinity Loops. Runde 10, 11 und 12 laufe ich alleine. Vor Runde 11, um kurz vor 5 kommt meine Frau in die Küche und erkundigt sich nach mir. Dann geht es aber auch schon wieder raus. Es dämmert schon leicht. Das hat etwas mystisches so in der Natur um den Dondorfer See.

Keine Menschenseele, keine Autogeräusche. Die ersten Vögel machen sich bemerkbar und sonst nur meine Schritte auf dem matschigen Pfad. In der Pause gönne ich mir jetzt doch mal ein koffeinhaltiges Energiegetränk, eine Laugenbretzel und auch die Gels geben mir Schübe. Dann hat mir meine Frau noch ein Müsli gezaubert, was ich mir vor der 12.Runde reinpfeife. Sich ständig mit Nahrung und ausreichend Flüssigkeit zu versorgen ist immens wichtig. Auch dafür tun mir diese relativ langen Pausen gut. Sonst würde ich das vernach-lässigen und den Preis dafür zahlen müssen. Dennoch werden meine Beine jetzt nach 72 km langsam schwer. Meine Rundenzeiten liegen jetzt auch auf über 41 Minuten. Ab und an streue ich kurze Gehphasen ein. Dann bekomme ich eine Nachricht auf meinem Handy. Simon fragt ob ich noch unterwegs bin. Er hat angekündigt mich um 7 Uhr zu begleiten, wenn ich dann noch laufen würde. Vermutlich hat er nicht damit gerechnet. Und genau so ist es. Als ich ihn treffe erzählt er mir direkt, er hätte gehofft, keine Antwort zu bekommen, da er Muskelkater vom Vortag hat. Doch er zieht es durch und das hilft mir gerade jetzt in der Phase wirklich weiter. Klar gibt einem das Tageslicht und das Gefühl die Nacht geschafft zu haben neue Energie, aber es steckt halt auch schon ein ordentlicher Ultra und eine schlaflose Nacht in den Beinen. Auf der Hälfte der 13.Runde entdecken wir dann Michael auf der Strecke. Er ist uns mit dem Fahrrad entgegen gekommen. Dabei ist er doch gerade erst ins Bett gegangen. Unglaublich!

Er begleitet mich auch auf Runde 14 ein weiteres Mal. Mir fällt es mittlerweile schwer zu laufen. Doch mit kurzen Gehpausen alles noch gut machbar. Die 102 km sind jetzt wirklich in Sichtweite.

Meine Familie ist jetzt auch wach. „Papa läufst du immernoch?“ Fragt mich meine Tochter. Irgendwie macht einen das stolz. Aber auf der anderen Seite denkt man sich, was mache ich hier eigentlich für einen Schwachsinn?! Das habe ich bereits auch öfters laut ausgesprochen und dennoch macht man weiter als würde einen eine geheime Macht antreiben. Irgendwie merkwürdig! Um 9 Uhr geht es dann Richtung 90 km Marke. Stefan ist dabei, den wir auf der Runde vorher noch beim Brötchen holen gesehen haben. Nachdem die Runde vorher echt hart war, läuft diese widerum ganz gut.

Vielleicht spüre ich aber auch einfach nichts mehr. Die Müdigkeit macht mir immernoch erstaunlich wenig zu schaffen. Es sind mehr die schmerzenden Beine, die mich daran hindern schnell vorwärts zu kommen. Aber wie anfangs erwähnt, um Schnelligkeit geht es bei diesem Format ja auch gar nicht. Ich habe längst realisiert, dass die 100 heute drin sind. Trotzdem beflügelt mich der Gedanke daran immer wieder. Es macht mich glücklich. Ich bin eine ganze Nacht gelaufen. Noch 2 Runden trennen mich von meinem weitesten Lauf. 102 bzw. in meinem Fall 103,5km. Runde 16 laufe ich, man muss fast sagen ausnahmsweise, alleine. Diese 6km fallen mir außergewöhnlich schwer. Christian kündigt sich erneut an. Er will meine vermeintlich letzte Runde mit mir laufen. Hätte ich gewusst, wie er mich trietzt (die letzte Runde nochmal unter 40 Minuten), hätte ich vielleicht gesagt, lass sie mich bitte alleine genießen. Aber wahrscheinlich war es gut so.

Und so konnte ich mich bei ihm auch nochmal stellvertretend für alle bedanken. „Das hat unsere Freundschaft auf ein neues Level gehoben.“ sagte ich ihm kurz vor der Zielgeraden. Das klingt sehr hochtrabend und hat wahrscheinlich auch etwas ironisch geklungen. Aber da ist tatsächlich viel Wahres dran. Dass mich meine Freunde bei so einem doch außergewöhnlichen Vorhaben derart unterstützt haben, und das bei Kälte und Nässe, war schon groß und das hat mich tatsächlich etwas gerührt. Ursprünglich wollte ich das alles alleine durchziehen. Es sollte vor allem als Mentaltraining dienen. Deshalb habe ich es auch nicht großartig angekündigt und es auch nur auf facebook und in unserer Gruppe gepostet. Ich bin davon ausgegangen, dass ich so vielleicht bei 2-3 Runden eine Begleitung habe. Aber dass das dann so kommen würde, davon war ich extrem überrascht. Das Mentaltraining sich alleine so lange durchzubeißen kam so vielleicht etwas kürzer aber es ist was viel Größeres und Wertvolleres entstanden. Vielen Dank, ihr Lieben! Und der Zieleinlauf war auch einfach phänomenal.

Fast alle Unterstützer standen da. Ein tolles Kreidebild auf dem Boden, eine Aufstelltafel und Zielleinlauf mit meinem Kleinsten. Was will man mehr?

Eine Dusche und ein Bett vielleicht?! Ja. Klingt gut. Doch das einschlafen fällt mir wie üblich nach solchen Anstrengungen etwas schwer. In dem Fall ist das gut, denn so verpasse ich auch Rafael nicht, der klingelt um mir ein kühles alkoholfreies Weizen vorbei zu bringen. Ihm habe ich das zu verdanken, dass ich auf so fragwürdige Ideen komme bei solchen Extrem-Events teilzunehmen. Danke dafür! Und ich bin mir sicher, er wäre auch ein paar Runden mitgelaufen, wenn ich es ihm vorher erzählt hätte. Aber meine Intension war ja auch für dieses Event ursprünglich wie beschrieben etwas Anderes.

Was bei dem Bericht auch auch auf keinen Fall zu kurz kommen darf sind ein paar Worte über die Community, die bei diesem Event online zusammengewachsen ist. Denn auch das war etwas ganz Besonderes. Jeder hat jeden unterstützt. Sei es mit Zwischenmeldungen, aufmunternden Posts und Kommentaren oder Live-Videos. Das hat einfach Spaß gemacht und hat sich fast angefühlt wie ein Event bei dem alle gemeinsam an einer Startlinie stehen. Laufen verbindet. Definitiv. Vielen Dank an Michael für die Idee und die Umsetzung dieser Veranstaltung!

Übrigens, Rebecca Lenger hat mit 27 Runden die 100 Meilen voll gemacht und damit die Infinity Loops gewonnen. Wahnsinns Leistung! Herzlichen Glückwunsch, auch an alle anderen Teilnehmer für tolle Erfolge!

Meine Infinity Loops – Teil 1

Ein Format ähnlich den Backyard Ultras aber doch ein klein wenig anders. Hier ist jeder ein Finisher, der mindestens eine Runde in einer vollen Stunde schafft. Eine Runde beträgt hier 6km. Die Runde sucht sich jeder selbst aus. Soll ja von zu Hause aus machbar sein. Deshalb sind die Strecken auch nicht exakt miteinander vergleichbar, aber dafür ist jeder selbst verantwortlich. Beim einen sind es 6,4 oder sogar wie beim Backyard 6,7km, der andere hat 100 Höhenmeter durchs Gelände und wieder ein anderer hat vielleicht exakt 6km mit 0 Höhenmetern auf Asphalt. Hilfsmittel sind nicht erlaubt (also auch keine Walking Stöcke). Weiter im Rennen ist man jedenfalls wenn man zu jeder vollen Stunde eine Runde geschafft hat und zum nächsten Loop startet. Es kommt bei diesem Format nicht auf die Geschwindigkeit an, sondern nur auf das Durchhaltevermögen. Gewinner ist der, der am meisten Loops läuft, also am längsten unterwegs ist. Er darf auch alleine weiter so viele Runden drehen wie er möchte. Tücken gibt es in einem solchen Format genug. Denn liegt man in der Pause schon mal mit all den Leckereien, die man sich parat gelegt hat, auf einer gemütlichen Matratze wird es mit den Stunden immer schwerer sich da raus zu schälen. Erst Recht wenn das Rennen durch die Nacht geht. Die Runde bleibt immer gleich. Das kann schon mal nerven, je nachdem wie abwechslungsreich man diese gewählt hat. So viel zu den Fakten.

Anfang März sollte eigentlich mein erstes Lauf- Highlight 2020 stattfinden

Ich wollte in Kandel die 3 Stunden über einen Marathon knacken. Leider abgesagt. Gründe bekannt.

Auch „Die bergischen 5“, ein 157km Etappenlauf auf den ich mich sehr gefreut habe… Abgesagt!

Irgendwie hing ich in der Luft. Lauftraining war erst mal abgeschrieben. Die Motivation und Freude am durch-die-Gegend-Rennen war erst mal verloren. Ich ging nur noch sporadisch auf die „Piste“. Irgendwann machte es zumindest wieder Spaß, aber Regelmäßigkeit ist was anderes. Auch diese ganzen virtuellen Veranstaltungen ließen mich irgendwie kalt. Aber dann laß ich auf facebook von den „Infinity Loops“, veranstaltet von „Meldeläufer“. Das hat mich direkt gekickt. Vielleicht weil ich schon letztes Jahr so begeistert vom Bienwald Backyard Ultra war. Dieses Format fand ich einfach genial. Allerdings lebte der Backyard auch zu einem großen Teil von dem gemeinsamen Spirit. Doch auch dafür hatte Michael Frenz (Meldeläufer) gesorgt. Er hat eine Gruppe gegründet in der man sich während dem Lauf austauschen könne. Videos, Bilder, Kommentare sollte man dort in den Laufpausen hochladen und sich so gegenseitig motivieren. Das klang für mich alles sehr verlockend und ich habe mich angemeldet. Kostet nix und notfalls kann man ja auch nur paar Runden machen und dann ins Bett, so meine Gedanken 2 Tage vor dem Lauf. Am Abend vor der Veranstaltung habe ich ein paar Freunde per Whats App von dem Wahnsinn berichtet und gefragt ob mich jemand mal eine Runde begleiten will. Das ist erlaubt und würde für etwas Abwechslung sorgen.

Dann ist Freitag der 1.Mai.

Das mit den „paar Runden und dann ins Bett“ war natürlich nur ein Vorwand um mich ohne Druck anzumelden. Jetzt ist mir natürlich klar: Wenn ich da mit mache, dann laufe ich auch so lange ich kann, sonst macht das ja alles keinen Sinn. Wie weit das führen kann, keine Ahnung! Ich bin ja nicht wirklich vorbereitet und so ein Start um 19Uhr habe ich auch noch nie mitgemacht. Deshalb nehme ich auch nicht an der Umfrage Teil, wer sich wie viel vorgenommen hat. Ich habe schlicht keine Ahnung. Da kann ich ja nur falsch liegen. Ein Traum wäre natürlich nochmal die 100km zu knacken wie letztes Jahr beim Bienwald Backyard. Aber das wäre vermessen das als Ziel rauszugeben. Schließlich habe ich mich damals konkret darauf vorbereitet. Im Netz tauschen sich die rund 70 Laufverrückten schon fleißig aus. Laden Bilder von ihrer Strecke, ihrer Homebase oder den Startlinien hoch. Das motiviert jetzt schon und lässt eine tolle Stimmung wachsen. Ich bin begeistert und so verbringe auch ich viel Zeit in der Infinity Loops Gruppe. Ansonsten dümpelt der Tag so vor sich hin. Es ist ein bisschen so ein Gefühl wie wenn man als Kind auf die Bescherung an Heiligabend wartet. Ich lege mir alles zu Recht. Wechselklamotten, Handtücher, Matratze, 6 Paar Laufschuhe, Massagerolle, Getränke, meine geliebten Aerobee Energy Gels http://www.aerobee.de etc… Meine Frau bitte ich mir eine Kartoffelsuppe zu kochen. Das kann sie ganz gut. Mit den Kindern male ich meine Start und Ziellinie.

Ich möchte hier nach jeder Runde einen Strich machen um die Runde gebührend zu beenden. Solche Rituale können helfen. Leider spült der Regen das schöne Bild wieder weg. Zum Glück haben wir vorher ein Foto gemacht. Dann schreibe ich eben jede Runde auf ein Post-It um dann nach jeder Runde eins abzureißen. Nicht ganz so schön aber auch hilfreich.

Der Verpflegungsposten soll direkt in der Küche eingerichtet werden, so dass ich über die Terasse rein und raus kann. So wecke ich niemanden und sitze bzw. liege direkt an der Quelle. Unnötige Meter zu gehen sollen vermieden werden. Schließlich hat meine Strecke schon 80 Meter zu viel und zusätzlich fast 50 Höhenmeter. Das summiert sich alles.

Die Küche ist aber zu diesem Zeitpunkt in Benutzung. Die Gaddin zaubert eine herrliche „Henkersmalzeit“. Ein asiatisches Hähnchen-Nudelgericht. Mega lecker. Ich verdrücke um 18:30Uhr trotzdem nur eine halbe Portion. Muss mir in der ersten Runde ja nicht gleich den Magen zerschießen.

Startschuss

Um 19Uhr gehe ich dann auf meine schöne Runde, vorbei am Dondorfer See und der Sieg. Die GoPro ist dabei und ich habe vor die Runde zu dokumentieren und sie dann den Mitläufern aus ganz Deutschland zu präsentieren. Dafür müsste ich das Material in den Pausen schnell zusammenschneiden. Das hat natürlich nicht funktioniert. Das Filmchen gibt’s dann nach der Veranstaltung. Also jetzt:

Anschließend verdrücke ich die zweite Hälfte des leckeren Hühnchen Currys und richte meinen Verpflegungsposten ein. Die Küche gehört jetzt mir. Für hoffentlich viele Stunden.

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