Meine Infinity Loops – Teil 1

Ein Format ähnlich den Backyard Ultras aber doch ein klein wenig anders. Hier ist jeder ein Finisher, der mindestens eine Runde in einer vollen Stunde schafft. Eine Runde beträgt hier 6km. Die Runde sucht sich jeder selbst aus. Soll ja von zu Hause aus machbar sein. Deshalb sind die Strecken auch nicht exakt miteinander vergleichbar, aber dafür ist jeder selbst verantwortlich. Beim einen sind es 6,4 oder sogar wie beim Backyard 6,7km, der andere hat 100 Höhenmeter durchs Gelände und wieder ein anderer hat vielleicht exakt 6km mit 0 Höhenmetern auf Asphalt. Hilfsmittel sind nicht erlaubt (also auch keine Walking Stöcke). Weiter im Rennen ist man jedenfalls wenn man zu jeder vollen Stunde eine Runde geschafft hat und zum nächsten Loop startet. Es kommt bei diesem Format nicht auf die Geschwindigkeit an, sondern nur auf das Durchhaltevermögen. Gewinner ist der, der am meisten Loops läuft, also am längsten unterwegs ist. Er darf auch alleine weiter so viele Runden drehen wie er möchte. Tücken gibt es in einem solchen Format genug. Denn liegt man in der Pause schon mal mit all den Leckereien, die man sich parat gelegt hat, auf einer gemütlichen Matratze wird es mit den Stunden immer schwerer sich da raus zu schälen. Erst Recht wenn das Rennen durch die Nacht geht. Die Runde bleibt immer gleich. Das kann schon mal nerven, je nachdem wie abwechslungsreich man diese gewählt hat. So viel zu den Fakten.

Anfang März sollte eigentlich mein erstes Lauf- Highlight 2020 stattfinden

Ich wollte in Kandel die 3 Stunden über einen Marathon knacken. Leider abgesagt. Gründe bekannt.

Auch „Die bergischen 5“, ein 157km Etappenlauf auf den ich mich sehr gefreut habe… Abgesagt!

Irgendwie hing ich in der Luft. Lauftraining war erst mal abgeschrieben. Die Motivation und Freude am durch-die-Gegend-Rennen war erst mal verloren. Ich ging nur noch sporadisch auf die „Piste“. Irgendwann machte es zumindest wieder Spaß, aber Regelmäßigkeit ist was anderes. Auch diese ganzen virtuellen Veranstaltungen ließen mich irgendwie kalt. Aber dann laß ich auf facebook von den „Infinity Loops“, veranstaltet von „Meldeläufer“. Das hat mich direkt gekickt. Vielleicht weil ich schon letztes Jahr so begeistert vom Bienwald Backyard Ultra war. Dieses Format fand ich einfach genial. Allerdings lebte der Backyard auch zu einem großen Teil von dem gemeinsamen Spirit. Doch auch dafür hatte Michael Frenz (Meldeläufer) gesorgt. Er hat eine Gruppe gegründet in der man sich während dem Lauf austauschen könne. Videos, Bilder, Kommentare sollte man dort in den Laufpausen hochladen und sich so gegenseitig motivieren. Das klang für mich alles sehr verlockend und ich habe mich angemeldet. Kostet nix und notfalls kann man ja auch nur paar Runden machen und dann ins Bett, so meine Gedanken 2 Tage vor dem Lauf. Am Abend vor der Veranstaltung habe ich ein paar Freunde per Whats App von dem Wahnsinn berichtet und gefragt ob mich jemand mal eine Runde begleiten will. Das ist erlaubt und würde für etwas Abwechslung sorgen.

Dann ist Freitag der 1.Mai.

Das mit den „paar Runden und dann ins Bett“ war natürlich nur ein Vorwand um mich ohne Druck anzumelden. Jetzt ist mir natürlich klar: Wenn ich da mit mache, dann laufe ich auch so lange ich kann, sonst macht das ja alles keinen Sinn. Wie weit das führen kann, keine Ahnung! Ich bin ja nicht wirklich vorbereitet und so ein Start um 19Uhr habe ich auch noch nie mitgemacht. Deshalb nehme ich auch nicht an der Umfrage Teil, wer sich wie viel vorgenommen hat. Ich habe schlicht keine Ahnung. Da kann ich ja nur falsch liegen. Ein Traum wäre natürlich nochmal die 100km zu knacken wie letztes Jahr beim Bienwald Backyard. Aber das wäre vermessen das als Ziel rauszugeben. Schließlich habe ich mich damals konkret darauf vorbereitet. Im Netz tauschen sich die rund 70 Laufverrückten schon fleißig aus. Laden Bilder von ihrer Strecke, ihrer Homebase oder den Startlinien hoch. Das motiviert jetzt schon und lässt eine tolle Stimmung wachsen. Ich bin begeistert und so verbringe auch ich viel Zeit in der Infinity Loops Gruppe. Ansonsten dümpelt der Tag so vor sich hin. Es ist ein bisschen so ein Gefühl wie wenn man als Kind auf die Bescherung an Heiligabend wartet. Ich lege mir alles zu Recht. Wechselklamotten, Handtücher, Matratze, 6 Paar Laufschuhe, Massagerolle, Getränke, meine geliebten Aerobee Energy Gels http://www.aerobee.de etc… Meine Frau bitte ich mir eine Kartoffelsuppe zu kochen. Das kann sie ganz gut. Mit den Kindern male ich meine Start und Ziellinie.

Ich möchte hier nach jeder Runde einen Strich machen um die Runde gebührend zu beenden. Solche Rituale können helfen. Leider spült der Regen das schöne Bild wieder weg. Zum Glück haben wir vorher ein Foto gemacht. Dann schreibe ich eben jede Runde auf ein Post-It um dann nach jeder Runde eins abzureißen. Nicht ganz so schön aber auch hilfreich.

Der Verpflegungsposten soll direkt in der Küche eingerichtet werden, so dass ich über die Terasse rein und raus kann. So wecke ich niemanden und sitze bzw. liege direkt an der Quelle. Unnötige Meter zu gehen sollen vermieden werden. Schließlich hat meine Strecke schon 80 Meter zu viel und zusätzlich fast 50 Höhenmeter. Das summiert sich alles.

Die Küche ist aber zu diesem Zeitpunkt in Benutzung. Die Gaddin zaubert eine herrliche „Henkersmalzeit“. Ein asiatisches Hähnchen-Nudelgericht. Mega lecker. Ich verdrücke um 18:30Uhr trotzdem nur eine halbe Portion. Muss mir in der ersten Runde ja nicht gleich den Magen zerschießen.

Startschuss

Um 19Uhr gehe ich dann auf meine schöne Runde, vorbei am Dondorfer See und der Sieg. Die GoPro ist dabei und ich habe vor die Runde zu dokumentieren und sie dann den Mitläufern aus ganz Deutschland zu präsentieren. Dafür müsste ich das Material in den Pausen schnell zusammenschneiden. Das hat natürlich nicht funktioniert. Das Filmchen gibt’s dann nach der Veranstaltung. Also jetzt:

Anschließend verdrücke ich die zweite Hälfte des leckeren Hühnchen Currys und richte meinen Verpflegungsposten ein. Die Küche gehört jetzt mir. Für hoffentlich viele Stunden.

Laufband – Unbreakable

Den vielleicht besten Lauffilm während dem Laufen zu schauen… Es gibt Schlechteres. Motiviert ganz gut. Und ja, auch auf dem Laufband kann man ne Menge Kilometer schrubben.

Und wenn sich die Energie dann doch irgendwann verabschiedet hab ich ja immernoch das natürliche Energie Gel von http://www.aerobee.de

fit & faul & neue Energie

Lange nix hören lassen. Ich gebe es zu, ich hatte einen Durchhänger. Fit wie nie und faul wie selten. Das alles im ersten Viertel von 2020. 3 Tage vor meinem Versuch den Marathon unter 3 Stunden zu laufen kam der Motivationsdämpfer. 2 Wochen später auch die Absage für das Etappenrennen „Die bergischen 5“. Das Corona Virus hat voll um sich gegriffen und jetzt zählen andere Dinge. In den sozialen Medien habe ich die vielen Laufposts gesehen, das Wetter perfekt zum Laufen und doch herrschte in der ganzen Zeit in mir eine merkwürdige Leere. Ich hing irgendwie im Nichts fest. Der Sport erschien mir so unwichtig und weit entfernt. Damit ist jetzt Schluss! Ab jetzt wird wieder gelaufen, auch erst mal ohne konkretes Ziel. Die Energie dafür zu finden fällt mir nach wie vor schwer. Der Kopf ist eigentlich mit wichtigeren Dingen beschäftigt. Aber erstmal ein Aerobee Energy Gel. Das hilft bestimmt. Und wenn ich dann draußen bin, wird es der Spaß an der Bewegung und die frische Luft wie immer schon richten. Natürlich mit Abstand zu den Mitmenschen. Einmal Kopf durchblasen bitte! Achtet auf euch und bleibt gesund!

Es hat geklappt. Der Spaß am Laufen ist nach wie vor da und es hilft über schwierige Phasen hinweg. Nebenbei ist es gut für das Imunsystem. Man könnte sagen:

Bewegung ist systemrelevant

Wir werden diese Krise überstehen und vielleicht als eine bessere Gesellschaft daraus hervorgehen. Das würde ich mir wünschen.

Outdoor Blog des Jahres 2019 „Trailrunning“ – Platz 2

So, die Ergebnisse von der Wahl zum Outdoorblog des Jahres 2019 sind da. Glückwunsch an den Gewinner Blog eatrunhike.de Ich habe mit meinem Blog den 2.Platz gemacht. Das macht mich ganz schön stolz! Vielen vielen Dank für eure Unterstützung! Ein Bützche 😘 für jeden Einzelnen, der für mich abgestimmt hat.

Alle Ergebnisse gibt es hier:

https://www.campz.de/info/top-outdoorblog-2019-trailrunning/#zwischenergebnis

Buchempfehlung – Wer die Wahl hat, liebt die Qual

Tanja Schönenborn und Rafael Fuchsgruber haben zusammen ein Buch geschrieben.

„Wer die Wahl hat, liebt die Qual“

Scheinbar bin ich nicht in dieses Buch verliebt, denn es zu lesen war alles andere als eine Qual. Und dabei habe ich es mir selbst ausgewählt. Aber an dem Titel ist schon was dran. Denn nur wenn man die Komfortzone verlässt, kann man wahres Glück erleben. Das sagten bereits viele schlaue Menschen. Und nach Glück streben wir vermutlich alle, wenn wir die Wahl haben. Die beiden erleben unglaubliche Laufabenteuer. Mal alleine, mal gemeinsam. Zusammen gehen sie in die gleiche Richtung, das Tempo spielt dabei nicht die entscheidende Rolle auch wenn das meist unfassbar hoch ist. Nicht nur in den Rennen selbst, sondern auch im ganz privaten Leben geht es sehr dynamisch zu. Höhen und Tiefen darf man emotional miterleben. Auch wenn ich die meisten Geschichten von den beiden schon kannte (Gespräche oder selbst dabei gewesen) konnte ich die Abenteuer so auf eine ganz andere Weise nacherleben. Auf der einen Seite der erfahrene und immernoch neuigierige Wüstenläufer und auf der anderen Seite die talentierte Läuferin, die mit ganz schnellen Schritten große Abenteuer für sich entdeckt. Dabei erzählen sie abwechselnd aus ihrer jeweiligen Perspektive. Das ist unterhaltsam und abwechslungsreich. Das Buch hat mich in ferne Länder und in das Leben von Tanja und Rafael mitgenommen. So habe ich mir wieder einiges in das Bewusstsein geholt, was ich schon im echten Leben von den beiden lernen durfte. Sei es die Begeisterung oder die Gelassenheit Dinge hinzunehmen, die man nicht ändern kann. Ihr seid toll! Ein Satz der mich seit der ersten Begegnung mit Rafael begleitet ist: „Es ist gut einen Plan zu haben, noch besser ist es aber bereit zu sein diesen Plan in die Tonne kloppen zu können.“

Irgendwann laufen wir mal wieder gemeinsam durch eine Wüste dieser Welt!

Apropo, es sind sogar ein paar Bilder im Buch abgedruckt, die ich in der Dasht e Lut im Iran aufnehmen durfte. Schaut doch mal rein und lasst euch inspirieren.

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